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Augenschmaus: „Gezeichnete Stimmen" in der Galerie


Andrea Zivadinovic (r.) mit einem ihrer Werke und Kunsttherapeutin Ann-Katrin Thiessen (l.)

23 Bewohner*innen des Christophsheims zeigen in der Galerie beim Café ihre Werke. Ann-Katrin Thiessen, Kunsttherapeutin im Christophsheim und Kuratorin der Ausstellung, war es wichtig, dass jede*r Bewohner*in eine Stimme bekommt, um die Betrachter*innen
in ihr ganz eigenes Erleben eintauchen zulassen. „Die Bewohner haben teilweise große und laute Stimmen aber auch kleine und leise.
Die Ausstellung soll eine Repräsentation dessen sein, was in den letzten Monaten in der Kunsttherapie entstanden ist.“  Der Titel die-
ser abwechslungsreichen Schau lautet „Gezeichnete Stimmen“.

„Ich freue mich sehr, dass durch die Ausstellung, jede*r Bewohner*in
die Möglichkeit erhält, eigene Kunst präsentieren zu können“, erklärt
Christophsheim-Geschäftsführerin Dagmar Jungblut-Rassl. „Unsere
Bewohner*innen hatten in der Pandemie viele Einschränkungen zu akzeptieren. Sie litten und leiden unter dem eingeschränkten Kontakt nach außen, den wir mit vielerlei Aktionen auszugleichen versuchen. Auch durch eine Ausstellung lässt sich kommunizieren. Bewusst stellen wir nicht in den Häusern des Christophsheims aus, sondern in der Galerie des Klinikums Christophsbad, zu der viele Menschen Zugang haben.“

„Ohne Malen kann ich nicht sein.“

Andrea Zivadinovic ist eine der Künstlerinnen und mit mehreren ihrer farbenfrohen Werke vertreten. Sie malt und zeichnet seit ihrer Kindheit und studierte Kunstgeschichte in den USA. Erst eine psychische Erkrankung ließ den schöpferischen Antrieb in ihr versiegen. Seit 2014 lebt Frau Zivadinovic im Christophsheim und fand durch die Kunst-therapie wieder zur Malerei. Wie wichtig das Malen für einen Menschen sein kann, beschreibt sie eindrücklich: „Das Malen macht mich glücklich. Mit Farben kann ich mich ausdrücken. Wenn es mir nicht gut geht, ich mich zum Beispiel geärgert habe, ist nach dem Malen die ganze Wut weg. Wenn dann ein Bild gelingt, empfinde ich tagelang ein Hochgefühl. Ohne Malen kann ich nicht sein.“ In der Ausstellung zeigt sie eines ihrer ersten Porträts, für dessen Hintergrund sie geschickt Serviettentechnik und Acryl kombiniert.


Das Schöne an einer Gemeinschaftsausstellung ist das weite Spektrum an Themen und Materialien, das Spannung durch Abwechslung garantiert. So zeigt ein 30-jähriger Bewohner geometrische Figuren, die sich aus Strichen unter-schiedlicher Farbe zusammensetzen. Im Christophsheim fing er überhaupt erst mit dem Malen an: kindliche Motive mit Filzstift. Als es psychisch aufwärts ging, fand er zu abstrakten Formen, in denen sich seine aktuelle Stimmung wiederspiegelt. Eine fast 80-jährige Dame zeichnet wiederum nach Vorlagen in einer ihr ganz bestimmten Technik, welche die Linie betont.


Auf eine Vernissage wird leider aufgrund der erhöhten Corona-Infektions-Gefahr verzichtet. Interne und externe Besucher*innen sind eingeladen, solange sie die Corona-Auflagen beachten. Während der Warnstufe gilt 3G, Nicht-Immunisierte erhalten nur mit einem PCR-Test Zugang. Für die ausstellenden Künstler*innen soll es selbstverständlich die Möglichkeit geben, ihre Bilder zu betrachten. Die Ausstellung läuft bis Februar 2022.


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